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Ausbildung zur WenDo-Trainerin   (28.08.2018)
Ausbildung zur WenDo-Trainerin
®
Ein Angebot der Paritätischen Akademie NRW
Berufsbegleitende Ausbildung zur WenDo-Trainerin - Start April 2019
WenDo ist ein feministisches Selbstverteidigungs- / Selbstbehauptungskonzept, das
Selbstsicherheit für Frauen und Gewaltprävention zum Ziel hat.
Als WenDo -Trainerin stärken Sie Frauen und Mädchen, sich bei körperlichen und verbalen
Angriffen zu schützen und zu verteidigen. Im WenDo üben wir Beleidigungen und Grenzüberschreitungen
entschieden zurückzuweisen oder mit Aggressionen, Konflikten und Kritik
selbstsicher umzugehen.
Diese zweijährige berufsbegleitende Ausbildung bietet eine abwechslungsreiche berufliche
Perspektive in der Frauen- und Mädchenarbeit.
Sie findet ab April 2019 – Februar 2021 an 12 Wochenenden in Krefeld statt. Die Gesamtkosten
betragen 4785,00 €. Ratenzahlung ist möglich.
Für die Anmeldung benötigen wir eine Kurzbewerbung und einen Lebenslauf. Eine pädagogische
Grundausbildung und WenDo- Erfahrungen (Grundkurs) sind Voraussetzungen.
Die Räume sind rollstuhlgerecht. Bildungsscheck (NRW), Qualifizierungsscheck (Hessen) oder
Bildungsprämie (bundesweit) werden anerkannt.
Veranstaltungsort: Der Paritätische, Begegnungszentrum Wiedenhof, Mühlenstr. 42, 47798
Krefeld
Ausbilderinnen: Caecilia Keller und Martina Kuschel
Wir haben unser WenDo-Logo, ®, als Marke schützen lassen, um den von uns
ausgebildeten Trainerinnen Rechtssicherheit zusichern zu können.
Ein ausführliches Konzept mit Terminen und die Anmeldeunterlagen können Sie anfordern unter:
Frauenberatungsstelle Krefeld e.V., Carl-Wilhelm-Str.33, 47798 Krefeld, 02151/ 800571
Ansprechpartnerin Sabine Hahn: sabinehahn@frauenberatung-krefeld.de
Oder Sie wenden sich mit Fragen direkt an die Trainerinnen:
Martina.Kuschel@online.de, 02151/536006, www.wendo-krefeld.de
Caecilia Keller: info@keller-supervision.de, 093491756
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Kostenloser Workshop für EhrenamtlerInnen, die mit traumatisierten Geflüchteten arbeiten   (18.04.2018)
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe KollegInnen,
ab April 2018 bietet die Frauenberatungsstelle Krefeld e.V. einen kostenfreien
Workshop für Ehrenamtlerinnen, die mit traumatisierten Geflüchteten arbeiten
in Kooperation mit Nina Glazova (Psychologin, Traumatherapeutin, Psychotherapeutin) an.
Im 1. Teil des Workshops werden „Vermittlung von Grundkenntnissen zum Thema Traumatisierung und Stabilisierungsübungen“ angeboten. Im 2. Teil des Workshops geht es um "Burnout-Vorbeugung, Selbstfürsorge und Schutz vor sekundärer Traumatisierung".
Die Teilnehmerinnen des Workshops sollen befähigt werden, geflüchtete Menschen zu unterstützen, ohne sich selbst oder ihr Gegenüber zu überfordern.
Die Arbeit in den Kleingruppen (max. 10 Teilnehmerinnen pro Workshop) umfasst an je 2 Vormittagen oder alternativ an 2 Nachmittagen jeweils 2 Stunden. Ein Workshop besteht aus 4 Stunden sowie einem gemeinsamen Abschlusstermin im Herbst für alle Teilnehmerinnen der einzelnen Workshops. Der Abschlusstermin dient der Vernetzung.
Suchen Sie sich den Workshop aus, bei dem nach Möglichkeit alle Termine für Sie passen.

Ihr Team der Frauenberatungsstelle Krefeld e.V.
Workshop für Ehrenamtlerinnen, die mit traumatisierten Geflüchteten arbeiten
Inhalte: "Vermittlung von Grundkenntnissen zum Thema Traumatisierung, Burnout-Vorbeugung, Selbstfürsorge und Schutz vor sekundärer Traumatisierung" für ehrenamtlich tätige Helferinnen, die mit traumatisierten Geflüchteten arbeiten.
Hier die geplanten Termine, die alle in den Räumlichkeiten der Frauenberatungsstelle, Carl-Wilhelm Str. 33 in Krefeld stattfinden werden:
• Workshop I:
Mi. 11.04.2018 und Mi. 25.04.2018 von 10.00 bis 12.00 Uhr + Abschlusstermin Mi 26.09.18 von 15.00 bis 17.00 Uhr
• Workshop II:
Mi 06.06.18 und Mi. 20.06.18 von 15.00 bis 17.00 Uhr + Abschlusstermin Mi 26.09.18 von 15.00 bis 17.00 Uhr
• Workshop III:

Mi. 27.06.2018 und Mi. 11.07.2018 von 10.00 bis 12.00 Uhr
+ Abschlusstermin Mi 26.09.18 von 15.00 bis 17.00 Uhr

• Workshop IV:
Mi 05.09.18 und Mi. 19.09.18 von 15.00 bis 17.00 Uhr + Abschlusstermin Mi 26.09.18 von 15.00 bis 17.00 Uhr

Der Workshop ist für die Teilnehmerinnen kostenfrei. Bei Rückfragen melden Sie sich gerne! Interessierte Frauen können sich per E-Mail bei: frauenberatung@frauenberatung-krefeld.de oder telefonisch unter: 02151 – 800 571 anmelden
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WenDo Kurs September 2018   (11.04.2018)
WenDo - Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen

WenDo ist ein von Frauen für Frauen entwickeltes Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungstraining. Frauen lernen selbstbewusstes Auftreten, das Erkennen und Einschätzen von Gefahren und das frühzeitige Grenzen setzen. Alter, Sportlichkeit und Gesundheit spielen für die Teilnahme keine Rolle, die Übungen werden individuell angepasst.

In unserer Beratungsarbeit zeigt sich immer wieder, dass Gewalt gegen Frauen - ob Mobbing, Stalking oder auch Gewalt in Beziehungen und Familien – häufig mit harmlosen Grenzüberschreitungen beginnt, auf die Frauen oft gar nicht oder nicht klar genug reagieren. Auch Nachbarschaftsstreits und Auseinandersetzungen auf dem Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis eskalieren und werden zur Belastung, weil viele Frauen es nicht gelernt haben, innerhalb von Beziehungen rechtzeitig ihre Grenzen zu schützen.

Hier setzt das Gewaltpräventionskonzept WenDo an.

Wir bieten einen Wochenendkurs im 1. Halbjahr 2018 an:

WenDo-Wochenendkurs 2018:
Samstag, 08.09.2018, 10.00 -15.00 Uhr und
Sonntag, 09.09.2018, 10.00 -15.00 Uhr

Kosten: 80,- €, Ermäßigung möglich, sprechen Sie uns an!
Referentin: Martina Kuschel, WenDo-Trainerin
Veranstaltungsort: Paritätischer Wohlfahrtsverband, Mühlenstr. 42, 47798 Krefeld
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WenDo Kurs April 2018   (07.02.2018)
WenDo - Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen

WenDo ist ein von Frauen für Frauen entwickeltes Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungstraining. Frauen lernen selbstbewusstes Auftreten, das Erkennen und Einschätzen von Gefahren und das frühzeitige Grenzen setzen. Alter, Sportlichkeit und Gesundheit spielen für die Teilnahme keine Rolle, die Übungen werden individuell angepasst.

In unserer Beratungsarbeit zeigt sich immer wieder, dass Gewalt gegen Frauen - ob Mobbing, Stalking oder auch Gewalt in Beziehungen und Familien – häufig mit harmlosen Grenzüberschreitungen beginnt, auf die Frauen oft gar nicht oder nicht klar genug reagieren. Auch Nachbarschaftsstreits und Auseinandersetzungen auf dem Arbeitsplatz oder im Bekanntenkreis eskalieren und werden zur Belastung, weil viele Frauen es nicht gelernt haben, innerhalb von Beziehungen rechtzeitig ihre Grenzen zu schützen.

Hier setzt das Gewaltpräventionskonzept WenDo an.

Wir bieten einen Wochenendkurs im 1. Halbjahr 2018 an:

WenDo-Wochenendkurs 2018:
Samstag, 14.04,2018, 10.00 -15.00 Uhr und
Sonntag, 15.04.2018, 10.00 -15.00 Uhr

Kosten: 80,- €, Ermäßigung möglich, sprechen Sie uns an!
Referentin: Martina Kuschel, WenDo-Trainerin
Veranstaltungsort: Kath. Forum, Felbelstr. 25, 47799 Krefeld

Die Anmeldung ist ab sofort bei der Frauenberatungsstelle unter Telefon 02151 – 800571 oder frauenberatung@frauenberatung-krefeld.de möglich.
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Informationsabend mit der Polizei   (07.02.2018)
Informationsabend der Frauenberatungsstelle Krefeld
in Zusammenarbeit mit der Polizei
Die Frauenberatungsstelle Krefeld e.V. bietet für alle Frauen ab 18 Jahren
in Kooperation mit der Polizei am
Mittwoch, den 21.03.2018 von 18.00 bis 20.00 Uhr einen Informationsabend an.
Ute Nöthen, Opferschutzbeauftragte vom Kommissariat Kriminalprävention/
Opferschutz wird in die Räume des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes
(Mühlenstr.42, 47798 Krefeld) kommen und polizeiliche Fakten
zu Taten, Tatorten und Tatmotiven bei sexuellen Übergriffen und Gewalt
gegen Frauen präsentieren. Dabei werden die Möglichkeiten und Chancen
verbaler und körperlicher Gegenwehr angesprochen, die Tauglichkeit
von Waffen als Schutz hinterfragt und die rechtliche Situation der Notwehr erläutert.
Im Mittelpunkt des Abends steht das Wissen um Täter-Opfer-Dynamiken
und die sich daraus ergebenden Tipps zu wirkungsvollem Verhalten
und Reaktionsmöglichkeiten für Frauen in schwierigen Situationen.
Wann ist bei Gefahr Gegenwehr sinnvoll? Was sind die Motive der Täter
und Täterinnen? Wie ist die rechtliche Situation bei Notwehr?
Ist es sinnvoll, Waffen als Schutz einzusetzen?
Was tut die Polizei bei häuslicher Gewalt?
Tipps, wie Frauen sinnvoll reagieren und zu ihrer Sicherheit beitragen können,
werden an dem Abend vermittelt. Für Frauen, die darüber hinaus an
einem weitergehenden praktischen Training interessiert sind,
wird eine Selbstverteidigungstrainerin von WenDo Rheinland anwesend sein
und bei Bedarf Fragen beantworten.
Die Frauenberatungsstelle Krefeld e.V. bietet in regelmäßigen Abständen Kurse
für Frauen mit und ohne Behinderung an.
Ute Nöthen (Polizei Krefeld), Martina Kuschel (WenDo-Trainerin)
und Tanja Heier (Frauenberatungsstelle Krefeld e.V.) freuen sich
auf Ihre Anmeldung unter:
frauenberatung@frauenberatung-krefeld.de
oder
02151-800571
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Ausstellung Krefelder Künstlerinnen   (20.06.2017)
Die Krefelder Künstlerinnen Claudia Maas, Elisabeth Schlanstein, Brigitta Heidtmann und Brigitte Baldauf zeigen eine Auswahl ihrer Arbeiten.
Gäste können ab Do. 18. Mai bis Mi. 14. Juni 2017 in den Räumen der Frauenberatungsstelle, Carl-Wilhelm-Str. 33 die Ausstellung besuchen.
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Lesung mit Martha Neuer   (20.06.2017)
Die Frau aus einem Guss

"Anfang 2015 hatte ich ein spätes Coming Out. Als Late Bloomer erfuhr ich, was ich so viele Jahre verdrängt hatte: meine Liebe zu Frauen. Es war tiefes Glück und tiefe Qual zugleich. Ich beschloss, mir ein Geschenk zu machen und meine Lebensgeschichte neu zu erleben. In meinem in Teilen autobiografischen Roman nehme ich Sie mit auf diese Entdeckungstour. Ich hoffe, es ist auch für Sie ein Geschenk, mit meiner Heldin Alwina zu lachen , zu weinen und ihren Zwiespalt zu spüren."

Martha Neuer liest aus ihrer Lebensgeschichte
am 08.06.2017
19:30 - 21:00 Uhr
in der Frauenberatungsstelle Krefeld
Carl-Wilhelm-Str.33
47798 Krefeld
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Ab jetzt gilt im Sexualstrafrecht: Nein heißt Nein!   (14.11.2016)
bff begrüßt den besseren Schutz der sexuellen Selbstbestimmung in Deutschland

Schon lange haben der bff und viele andere Verbände ein Sexualstrafrecht eingefordert, das den Anforderungen der Istanbul-Konvention entspricht. Nach dem Inkrafttreten des reformierten Sexualstrafrechtsschreibt der bff in seiner Pressemitteilung:

Damit ist ein sexueller Übergriff auch schon dann strafbar, wenn er gegen den erkennbaren Willen einer Person ausgeführt wird. Es kommt nicht mehr darauf an, ob eine betroffene Person sich gegen den Übergriff gewehrt hat oder warum ihr dies nicht gelungen ist. Damit wird endlich auch in Deutschland die Anforderung der Istanbul-Konvention umgesetzt, wonach alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe zu stellen sind. „Dieses Gesetz ist ein Meilenstein für den Schutz der sexuellen Selbstbestimmung in Deutschland“ freut sich Katja Grieger, Geschäftsführerin des bff.

Mit der Reform wird auch die Ungleichbehandlung im Strafrahmen bei Betroffenen mit Behinderung abgeschafft, bisher war ein sexueller Übergriff gegen eine ‚widerstandsunfähige‘ Person mit geringerer Strafe bedroht. Sandra Boger, Referentin im bff und für den Schutz von Frauen und Mädchen mit Behinderung zuständig, erklärt: „Nach dem neuen Gesetz kann ein Übergriff gegen eine Frau mit Behinderungen härter bestraft werden. Das ist ein stärkendes Signal für alle Frauen mit Behinderungen, die ja überproportional häufig Übergriffe erleben“.

Ganz neu eingeführt wird der Straftatbestand der sexuellen Belästigung. Dadurch sind künftig auch Übergriffe strafbar, die bislang als nicht erheblich eingestuft waren.

Der Reform war eine jahrelange rechtspolitische Debatte vorangegangen. Kritiker_innen hatten immer wieder darauf hingewiesen, dass eine Neuregelung die bestehenden Beweisprobleme nicht löst. Dazu Katja Grieger: „Sexuelle Übergriffe werden immer schwer zu beweisen sein. Dies darf aber kein Grund sein, an einem schlechten Gesetz festzuhalten. Es ist sehr erfreulich, dass der Deutsche Bundestag dieser Argumentation gefolgt ist“.

Die Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe erhoffen sich von dem neuen Gesetz auch eine Signalwirkung in die Gesellschaft hinein. Katja Grieger erläutert: „Die Botschaft ist jetzt ganz klar und eindeutig: Wer ein NEIN ignoriert, tut Unrecht.“
Pressemitteilung bff
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Pressemitteilung zur Neuerscheinung Es geht auch anders!   (19.10.2016)
13.10.2016

Sexuelle Diskriminierung, Belästigung und Gewalt in der Arbeits- und Ausbildungswelt: Recht und Realität

Im August diesen Jahres wurde das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) zehn Jahre alt. Darin geregelt ist u.a. der Umgang mit der sogenannten sexuellen Belästigung am Arbeitsplatz, die als Diskriminierung aufgrund des Geschlechts gilt. Der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) hat hierzu aktuell das Handbuch Fachwissen kompakt - Sexuelle Diskriminierung, Belästigung und Gewalt in der Arbeits- und Ausbildungswelt: Recht und Realität veröffentlicht.
Die Autorinnen Anette Diehl, Anita Eckhardt, Stephanie Koch, Kornelia Krieger und Sibylle Ruschmeier vermitteln darin ihr Wissen aus langjähriger Praxis in der Beratung von Betroffenen und Bezugspersonen sowie der Weiterbildung und Begleitung von Personalverantwortlichen, Betrieben, Gewerkschaften und Universitäten. Das Handbuch richtet sich sowohl an betroffene Personen als auch z.B. an Führungskräfte, Personal- und Betriebsräte, Gleichstellungsbeauftragte, Beschwerdestellen und Verantwortliche in Ausbildungskontexten.
Studien zeigen: Sexuelle Belästigung am Arbeits- und Ausbildungsplatz und in Hochschulen ist ein weitverbreitetes Phänomen in allen Bereichen und Sparten des Erwerbslebens. Die Betroffenen bleiben mit ihren Erfahrungen, Sorgen und Ängsten dennoch meist allein. Das Problem wird vielerorts negiert, bagatellisiert und tabuisiert. Dabei leiden nicht nur die Betroffenen, sondern oft das gesamte Betriebsklima. Mit der Veröffentlichung will der bff dieser gesellschaftlichen Realität etwas entgegen setzen: „Neben fundierten wissenschaftlichen und rechtlichen Informationen werden in der Broschüre Rechte, Pflichte und Handlungsperspektiven aufgezeigt - für die jeweilige Situation und berufliche Position.“ so Katja Grieger vom bff.
Dass es in den Betrieben und Institutionen an Handlungssicherheit und -kompetenz oft mangelt, belegen die langjährigen Erfahrungen der Verfasserinnen. Nur wenige Betriebe, Verwaltungen oder Einrichtungen benennen klar Ansprechpersonen, Zuständigkeiten oder Vorgehensweisen. Vorgesetzte bzw. Personalverantwortliche haben oftmals keine oder nur geringe Kenntnisse von der Gesetzeslage, von entsprechenden Dienstvereinbarungen oder Richtlinien, von Dimension und Folgen der sexualisierten Übergriffe. Hier bietet das Handbuch eine gute Orientierung. Auch typische Fallstricke im Umgang mit Beschwerden werden praxisorientiert aufgezeigt.
Das Handbuch soll Mut machen, sich gegen sexuelle Übergriffe zur Wehr zu setzen. Die Erfahrungen aus der Beratung zeigen, dass die institutionelle oder innerbetriebliche Unterstützung dafür essentiell ist. Dazu gehören ein Eintreten für ein respektvolles Arbeitsklima, die deutliche Ächtung diskriminierender und sexistischer Verhaltensweisen, eine klare Verantwortungsübernahme und couragiertes Handeln. Das Handbuch zeigt Handlungsmöglichkeiten dafür sowie Ansätze zur Prävention und zur Verankerung einer gemeinsamen Haltung gegen sexuelle Belästigung auf. Es soll fortlaufend aktualisiert und ergänzt werden und kann beim bff bestellt werden.
https://www.frauen-gegen-gewalt.de/buecher-handbuecher-und-leitfaeden/bff-handbuch-sexuelle-diskriminierung-belaestigung-und-gewalt-in-der-arbeits-und-ausbildungswelt-recht-und-realitaet.html
V.i.S.d.P.: Anita Eckhardt/ bff
Kontakt: presse@bv-bff.de/ Tel.: 030-32299500/ www.frauen-gegen-gewalt.de
Der bff ist der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Er leistet Aufklärung, Sensibilisierung, Fortbildung und Politikberatung zum Thema Gewalt gegen Frauen und vertritt mehr als 170 ambulante Fachberatungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet.

Bild: Anita Eckhard, bff Geschäftsstelle, Anette Diehl, Frauennotruf Mainz, und Sibylle Ruschmeier, Frauennotruf Hamburg


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Herzlichen Glückwunsch unseren großartigen Kolleginnen! Suse hat den 2. Platz des Nachhaltigkeitspreises gewonnen!   (21.09.2016)
Suse – sicher und selbstbestimmt – Frauen und Mädchen mit Behinderung stärken“

Mit dem zweiten Preis des Nachhaltigkeitspreises der Evangelischen Bank wurde der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff, Berlin) mit seinem Projekt „Suse – sicher und selbstbestimmt“ ausgezeichnet. Eine erschreckend hohe Anzahl an Frauen und Mädchen mit Behinderung (nämlich bis zu 75 %) erlebt Gewalt in ihren unterschiedlichsten Ausprägungen. Trotzdem erhalten behinderte Frauen und Mädchen noch immer zu selten Hilfe und Unterstützung. Nur wenige finden den Weg in Fachberatungsstellen und Frauenhäuser, weil diese nicht barrierefrei sind oder sie nicht bekannt sind. Zudem wissen Beraterinnen oft zu wenig über die Lebensbedingungen behinderter Menschen und die besonderen Bedürfnisse behinderter Frauen und Mädchen. Hier setzt „Suse“ an. Suse leistet und erprobt Vernetzungsarbeit. Das Projekt klärt auf über das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung und die Möglichkeiten, sich Hilfe zu holen. Suse baut regionale inklusive Netzwerke auf, an denen sich alle beteiligen können, darunter Fachkräfte aus dem Anti-Gewalt-Bereich, Fachkräfte aus der Behindertenhilfe, Selbstvertretungsvereine behinderter Menschen, Schulen, Polizei u. v. m.

Für die Preisverleihung wurde von der Evangelischen Bank auch ein kurzer Film über Suse produziert.
Hier der Link:

https://www.youtube.com/watch?v=b4wR1XSHFWA
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Mehr Schutz in Flüchtlingsunterkünften für Frauen, Kinder und Jugendliche   (16.08.2016)
Pressemitteilung Nr. 81 vom 27. Juli 2016 vom

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Glinkastraße 24
10117 Berlin
Tel.: 03018/555-1061/-1062
Fax: 03018/555-1111
presse@bmfsfj.bund.de
www.bmfsfj.de


Mehr Schutz in Flüchtlingsunterkünften Bundesinitiative „Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“ veröffentlicht gemeinsame Mindeststandards.
Unter dem Dach der Bundesinitiative „Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften“ haben das BMFSFJ und UNICEF gemeinsam mit einem breiten Netzwerk von Partnern „Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Flüchtlingsunterkünften“erarbeitet.
Diese Mindeststandards sind jetzt veröffentlicht und bilden erstmals eine bundesweit einheitliche Grundlage, um den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen vor Gewalt sowie den Zugang zu Bildungsangeboten und psychosozialer Unterstützung in Flüchtlingsunterkünften zu verbessern.
„Wir müssen alles dafür tun, damit Kinder, Jugendliche und Frauen in den Flüchtlingsunterkünften geschützt sind und sich sicher fühlen. Ich danke allen Partnern dafür, dass wir für diesen Schutz jetzt ganz praktische Anforderungen formuliert haben, die alle Unterkünfte einhalten sollten“, erklärte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig.
„Darüber hinaus halte ich eine bundesgesetzliche Regelung für erforderlich, die Träger von Flüchtlingsunterkünften zur Entwicklung,
Anwendung und regelmäßigen Überprüfung genau solcher Schutzkonzepte verpflichtet. Dazu sind wir in guten Gesprächen mit den Bundesländern“, so Schwesig weiter.
Die heute veröffentlichten Mindeststandards sollen als Leitlinien für die Erstellung und Umsetzung von Schutzkonzepten in jeder Form von Flüchtlingsunterkunft gelten und erstrecken sich insbesondere auf die Bereiche Personal, strukturelle und bauliche Voraussetzungen bis hin zum Risikomanagement bei Gewalt- und Gefährdungssituationen und dem Monitoring der erzielten Fortschritte. Bei der Entwicklung der Mindeststandards floss das nationale Erfahrungswissen aller beteiligten Organisationen und die internationale Expertise von UNICEF, Plan International Deutschland und Save the Children ein.
Fachlich beteiligt waren die Arbeiterwohlfahrt, der bundesweite Koordinierungskreis gegen Menschenhandel e.V., der Paritätische Gesamtverband, der Deutsche Caritasverband e.V., das Deutsche Institut für Menschenrechte, die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung, das Deutsche Rote Kreuz, die Diakonie Deutschland, die türkisch-islamische Union der Anstalt für Religion, die Frauenhauskoordinierung, die Stiftung Deutsches Forum für
Kriminalprävention sowie der Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs.
Weitere Informationen: www.bmfsfj.de
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Prostituiertenschutzgesetz verabschiedet   (26.07.2016)
BMFSFJ Internetredaktion

Pressemitteilung Nr. 074/2016
Veröffentlicht am Do 07.07.2016
Thema: Gleichstellung

Prostituiertenschutzgesetz verabschiedet

Erstmals rechtliche Rahmenbedingungen für die legale Prostitution und für den Schutz von Frauen geschaffen


Der Deutsche Bundestag hat heute (Donnerstag) in 2. und 3. Lesung das Gesetz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes sowie zum Schutz von in der Prostitution tätigen Personen (Prostituiertenschutzgesetz) beschlossen.

Damit werden erstmals in Deutschland rechtliche Rahmenbedingungen für die legale Prostitution eingeführt. Gemeinsam mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung zur
Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer wird damit die Grundlage geschaffen, Kriminalität und gefährliche Erscheinungsformen in der Prostitution zu verdrängen und menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen.

Bundesfrauenministerin Manuela Schwesig: "Prostituierte waren lange nicht ausreichend geschützt. Weder vor Zwangsprostitution und Menschenhandel, noch vor ausbeuterischen und menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen. Ich freue mich, dass
sich das nach intensiven Verhandlungen zwischen den Koalitionsfraktionen nun ändert. Mit dem Gesetz wird es erstmals verbindliche und einheitliche Regelungen für die legale Prostitution in Deutschland geben. Ich bin davon überzeugt, dass dies die Situation von Prostituierten langfristig verbessern wird. Denn mit dem
Gesetz stärken wir die Grundrechte von Prostituierten auf sexuelle
Selbstbestimmung, persönliche Freiheit, körperliche Unversehrtheit und auf Gleichbehandlung."

Die zwei Säulen des Gesetzes:

1. Die Regulierung des Prostitutionsgewerbes

Erstes Kernelement des Gesetzes ist die Einführung einer Erlaubnispflicht für das Prostitutionsgewerbe. Der Erlaubnispflicht unterliegen nicht nur Bordelle, sondern alle bekannten Erscheinungsformen gewerblicher Prostitution, vom
Escortservice über Wohnungsprostitution bis zur Straßenprostitution.
Betreiberinnen und Betreiber müssen sich im Rahmen des Erlaubnisverfahrens einer persönlichen Zuverlässigkeitsprüfung unterziehen. Auch müssen sie künftig ein Betriebskonzept erstellen, in dem sie Vorkehrungen für die Sicherheit und Gesundheit im Betrieb darlegen, und die gesetzlich vorgeschriebenen
Mindestanforderungen an die Ausstattung der Betriebsräume einhalten. Mit der Einführung verbindlicher Mindeststandards für Prostitutionsstätten werden die Arbeitsbedingungen vor Ort verbessert. Betreibende werden stärker in die Verantwortung genommen und müssen bei Gesetzesverstößen mit empfindlichen
Sanktionen rechnen.

"Dadurch wird sichergestellt, dass zum Beispiel ein vorbestrafter Menschenhändler kein Bordell mehr betreiben darf. Auch menschenunwürdige, ausbeuterische Betriebskonzepte, wie z.B. Flatrate-Bordelle, erhalten keine Erlaubnis", so Bundesministerin Schwesig.

2. Den Schutz der in der Prostitution tätigen Personen

Mit der Einführung einer Pflicht zur regelmäßigen Anmeldung und gesundheitlichen Beratung wird langfristig sichergestellt, dass Prostituierte verlässliche Informationen zu ihren Rechten und zu gesundheitlichen und sozialen Unterstützungsangeboten erhalten. Die Verbesserung des Zugangs zu Informationen über Rechte und Unterstützungsangebote ist das zentrale Element für die Stärkung
des Selbstbestimmungsrechts von Prostituierten. Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die besonderen Schutzvorschriften für Prostituierte zwischen 18 und 21 Jahren, für die verkürzten Anmelde- und Beratungsintervalle gelten, und die Regelungen zum Schutz schwangerer Prostituierter. So einigten sich die Abgeordneten der Koalitionsfraktionen auf die Ausdehnung des Werbeverbots auf
entgeltlichen Geschlechtsverkehr mit Schwangeren. Daneben sieht das Gesetz bereits ein Werbeverbot für ungeschützten Geschlechtsverkehr und für rechtsgutsgefährdende Formen der Prostitution vor.

"Es ist gut, dass sich die Koalitionsfraktionen im parlamentarischen Verfahren geeinigt haben, den Schutz von Schwangeren noch weiter zu verstärken. Das ist eine wichtige Ergänzung. Der Schutz der Gesundheit der Frau und des ungeborenen Kindes stehen hierbei im Mittelpunkt", so Manuela Schwesig.

Das Gesetz bedarf nicht der Zustimmung des Bundesrates und soll im Juli 2017 in Kraft treten.



Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
E-mail: poststelle@bmfsfj.bund.de
Internet: http://www.bmfsfj.de
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bff-Pressemitteilung: Nein heißt nein! Paradigmenwechsel im Sexualstrafrecht   (12.07.2016)
Der bff begrüßt die am 7. Juli vom Deutschen Bundestag verabschiedete Reform des Sexualstrafrechts, in dem fortan der Grundsatz „Nein heißt nein“ verankert ist. Diese Reform stellt einen deutlichen Paradigmenwechsel dar. Nicht mehr eine Nötigung ist Voraussetzung für die Strafbarkeit eines sexuellen Übergriffs, sondern entscheidend ist der Wille der Betroffenen. Damit ändert sich ganz grundlegend die bisherige Auffassung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung im Gesetz.

Bisher waren sexuelle Handlungen an einer Person nicht strafbar, wenn diese nur verbal ihren entgegenstehenden Willen deutlich gemacht hatte. Für eine Strafbarkeit mussten zum Beispiel eine Drohung oder das Anwenden von Gewalt hinzukommen. Der bff hatte bereits 2014 in einer Fallanalyse anhand von Zitaten aus Verfahrenseinstellungen die Schutzlücken im Sexualstrafrecht beschrieben („Was Ihnen widerfahren ist, ist in Deutschland nicht strafbar“: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/fallanalyse-zu-schutzluecken-im-sexualstrafrecht.html).

Künftig kommt es für die Strafbarkeit einer Vergewaltigung nicht mehr darauf an, ob Gewalt angewendet wurde oder die Betroffene sich körperlich gewehrt hat. Entscheidend ist, dass der Täter sich über den erkannten Willen der Betroffenen hinweggesetzt hat.

„Damit sind auch die Anforderungen der Istanbul-Konvention erfüllt, die ganz klar die Strafbarkeit aller nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen fordert“, sagt Katja Grieger, Geschäftsführerin des Bundesverbands Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff). Mit der Verabschiedung des reformierten Sexualstrafrechts kann dieses wichtige Menschenrechtsabkommen von Deutschland ratifiziert werden.

Kritisch bewertet der bff hingegen die erst kurzfristig bekannt gewordene Ergänzung, dass mit der Gesetzesänderung auch Ausweisungen erleichtert werden sollen. „Das Ausländerrecht ist nicht der richtige Ort, um sexuelle Gewalt zu sanktionieren“, sagt Katja Grieger. „Bei sexueller Gewalt haben wir es mit einem gesamtgesellschaftlichen Problem zu tun, das alle betrifft, unabhängig von ihrer Herkunft“, so Grieger weiter. Der bff befürchtet negative Auswirkungen auf die Anzeigebereitschaft von Betroffenen. Sie werden einen Täter ohne deutschen Pass möglicherweise nicht anzeigen, wenn dadurch seine Ausweisung droht.

Der bff wird die Umsetzung des reformierten Sexualstrafrechts kritisch begleiten.


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Stellungnahme des bff, der BAG FORSA und der DGfPI zum drohenden Ende des Ergänzenden Hilfesystems (EHS) zum 30.04.2016   (26.02.2016)
Wichtige Unterstützung für Betroffene sexuellen Missbrauchs muss weitergehen
Dem bff als Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe, der BAG FORSA, Bundesarbeitsgemeinschaft Feministischer Organisationen gegen Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen, und der DGfPI als Fachverband des Kinderschutzes und Koordinierungsstelle des Ergänzenden Hilfesystems (EHS) ist die nachhaltige Verbesserung und Sicherung von Hilfen für Betroffene ein besonderes Anliegen.
Aus dieser Perspektive fordern bff, BAG FORSA und DGfPI, das EHS über den 30.04.2016 hinaus abzusichern und in eine Regelförderung zu übertragen.
In der Abschlussveröffentlichung des Runden Tisches „Sexueller Kindesmissbrauch in Abhängigkeits- und Machtverhältnissen in privaten und öffentlichen Einrichtungen und im familiären Bereich“ (RT KM) wurde die Errichtung eines Ergänzenden Hilfesystems für Betroffene sexuellen Missbrauchs in allen Bereichen gefordert und als zeitlich begrenzte Unterstützungsmöglichkeit eingerichtet. Es sollte bis zur Reform des Opferentschädigungsgesetzes (OEG) für Betroffene Hilfen und Unterstützung unbürokratisch bereitstellen.
Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt in der Familie oder im Rahmen von Heimerziehung erlebt haben und bis heute unter den Folgen leiden, können seit Mai 2013 Unterstützung durch das Ergänzende Hilfesystem beantragen. Die Antragstellung kann für die Betroffenen mit hohen Belastungen und Hürden verbunden sein, weshalb mit etwas Verzögerung eine Begleitung durch qualifizierte Fachberatungsstellen etabliert wurde.
Die Möglichkeit zur Antragstellung endet jedoch am 30.04.2016, obwohl dem Fonds die Länder erst sehr spät bzw. noch gar nicht beigetreten sind und bei Weitem die Mittel des Fonds
noch nicht erschöpft sind.
Die geplante Reform des OEG hat bisher nicht stattgefunden. Demnach gibt es entgegen den Empfehlungen des Runden Tisches nach Einstellung des Fonds für Betroffene keine dauerhaft
angelegten, geeigneten und sichtbaren Hilfestrukturen, die zur Anerkennung des erlittenen Leides beitragen. Die Folgen sexualisierter Gewalt können für Betroffene sehr gravierend und
lang anhaltend sein. Daraus entstehende notwendige Behandlungen sind durch das Gesundheitssystem allerdings zu oft nicht abgedeckt. Im Sinne einer bedarfsgerechten
Unterstützung von Betroffenen ist das nicht hinnehmbar. Der bff, die BAG FORSA und die DGfPI halten es daher für unbedingt erforderlich, die Laufzeit des Ergänzenden Hilfesystems zu verlängern und zugleich die notwendige Reform des OEG voranzubringen. Auch sind der Fond und die Vielfalt an Leistungssystemen, aus denen Hilfen beantragt werden können, nach wie vor zu wenig bekannt und kaum überschaubar, weshalb eine Beratung von Betroffenen bei der Antragstellung durch professionelle Beraterinnen und Berater weiterhin, wie im Rahmen des EHS, ermöglicht werden sollte. Der bff, die BAG FORSA und die DGfPI fordern, dass auch diese Unterstützungsmöglichkeit durch Fachkräfte weiterhin erhalten bleibt und honoriert wird.
Aus Sicht der Betroffenen sind wichtige Bestandteile des EHS unverzichtbar und müssen erhalten bleiben:
- Anerkennung des erlittenen Leides ohne Beweislast aufseiten der Betroffenen, dass sexuelle Gewalt stattgefunden hat;
- individualisierte, sachleistungsbezogene finanzielle Unterstützung bei der Bewältigung der durch den Missbrauch verursachten Folgen;
- kostenfreie, fachlich qualifizierte Unterstützung durch Fachberatungsstellen;
- dadurch gestützte Sicherung von Betroffenen in den unterschiedlichen Lebenssituationen;
- Möglichkeit der Anonymität.
Diese Art der Unterstützung ist weder im Gesundheitssystem noch im OEG gegeben. Auch die geplante Änderung des OEG sieht eine solche Unterstützung, wie sie vom Runden Tisch gefordert wurde, nicht vor.
Aus Sicht der Betroffenen ist die Einstellung des EHS ohne eine Überführung in andere gesicherte Strukturen ein Rückschritt in mehrfacher Hinsicht:
Zum einen bestätigt diese Vorgehensweise die Erfahrungen von Betroffenen, dass die Aufarbeitung ihrer Gewalterfahrungen als individuelles Problem betrachtet wird, für das keine angemessenen, rechtlich bindenden Hilfen existieren.
Zum anderen erschwert die alleinige Verortung von Hilfen und (finanziellen) Unterstützungen im Gesundheits- bzw. im Rechtssystem eine bedarfsgerechte niedrigschwellige und daten-geschützte Hilfe.
Es war ein Anliegen der Bundesregierung, die Geltendmachung der Rechte von Betroffenen wesentlich zu erleichtern. Die geforderten Verbesserungen sind bis heute nicht eingetreten.
Deshalb fordern wir eine Verlängerung des Fonds, bis es zu einer grundsätzlichen Verbesserung der bestehenden Hilfesysteme gekommen ist, damit Betroffene weiterhin in zumutbarer Weise ihre Ansprüche geltend machen können.
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Statement: Gewaltakte an Frauen sind Menschenrechtsverletzungen!   (01.02.2016)
NEIN zu Gewalt!

Wir sind empört über die Vorfälle in Köln, Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart.
Unsere Solidarität gilt den Frauen, die Opfer von männlicher Gewalt wurden, wir stehen parteilich an der Seite der Betroffenen und verurteilen die Täter!
Diese Handlungen sind keine Ausnahmefälle. In unserer täglichen Arbeit erfahren wir, dass Frauen täglich Opfer von männlicher Gewalt werden, in Bahnhöfen, auf der Straße und zu Hause.
Wir ächten jede Form von Gewalt an Frauen, gleichgültig, welchen religiösen, kulturellen, ethnischen oder sozialen Hintergrund der Täter hat.
Jegliche Form von Gewalt muss bestraft werden und darf keinen Raum in unserer Gesellschaft haben. Dafür stehen wir!

„Mehr Stolz ihr Frauen! Wie ist es nur möglich, dass ihr euch nicht aufbäumt gegen die Verachtung, die euch noch immer trifft. – Auch heute noch? Ja, auch heute noch. (…)“
Hedwig Dohm (1831 – 1919), deutsche Schriftstellerin, Publizistin, Dramatikerin und Frauenrechtlerin

Wir bäumen uns auf!


Vorstand Team
Susanne Brakhane Therese Fröschen
Sabine Kreuels Cigdem Sevinc
Doris Schlimnat Christiane Vogelgesang
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11 Tipps für Ehrenamtliche im Kontakt mit geflüchteten Frauen   (09.12.2015)
von medica mondiale

medica mondiale ist eine Frauenrechts- und Hilfsorganisation,
die sich seit 1993 für Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisenregionen einsetzt.

Mit diesen Tipps wenden wir uns an ehrenamtliche MitarbeiterInnen, die sich in der Arbeit mit Zufluchtsuchenden engagieren. Die unten aufgeführten Ratschläge basieren auf unserer langjährigen Erfahrung im Umgang mit Frauen, die
sexualisierte Gewalt überlebt haben, sowie auf einem
Leitfaden des Deutschen Hebammenverbandes.
1.
Vertrauen Sie der Stärke Ihres Gegenübers. Auch wenn die Frauen traumatische Erfahrungen gemacht haben: Die meisten werden die Folgen des Erlebten aus eigener Kraft überwinden können.
2.
Unterstützen Sie Ihr Gegenüber, diese Stärke auch
wahrzunehmen. Fragen Sie die Frau, was ihr in der Vergangenheit gut getan hat. Fragen Sie nach positiven Erinnerungen, nach Zielen und Träumen.
Auch wenn die Frau jetzt mit Gefühlen der Hilflosigkeit konfrontiert ist, verfügt sie über viele Kompetenzen.
3.
Vertrauen Sie auf das Bauchgefühl, das Sie auch im Umgang mit anderen Mitmenschen nutzen. Ihre natürliche Empathie ist Ihr Kompass.
4.
Fragen Sie nach, sobald Sie sich unsicher sind, ob Ihr Verhalten angemessen ist. Wenn nicht mit Worten, dann mit einem fragenden Blick oder einer kleinen Skizze.
5.
Für Männer: Suchen Sie keinen Körperkontakt.
Für Frauen: Bieten Sie Körperkontakt, zum Beispiel eine
Berührung am Arm, nur sehr zurückhaltend an. Achten
Sie auf Signale Ihres Gegenübers wie Gesten, um abzuschätzen, ob die Berührung erwünscht ist.
6.
Erklären Sie Ihre Rolle innerhalb des Helfersystems sowie Möglichkeiten und Grenzen der Unterstützung,
zum Beispiel wann Sie wie erreichbar sind und wer Sie vertritt.
7.
Fragen Sie nicht neugierig nach vergangenen Erlebnissen wie Flucht oder dem Krieg.
Wenn die Frau signalisiert, erzählen zu wollen, hören Sie aufmerksam zu, aber wahren Sie Grenzen (siehe 8).
8.
Suchen Sie einen Weg das Gespräch umzuleiten, wenn Sie oder Ihr Gegenüber Reaktionen zeigen wie Schwitzen, Zittern, Atembeschwerden, Taubheitsgefühle oder eingeschränkte Wahrnehmung von Zeit und Umgebung.
Bieten Sie ein Glas Wasser an, fragen Sie die Frau, ob sie gerne frische Luft hätte und sagen Sie ihr, wie stark es ist, dass sie so schwere Dinge überlebt hat.
9.
Seien Sie geduldig. Stress- und Traumareaktionen können sich in Konzentrationsschwäche äußern. Ärgern Sie sich nicht, wenn Ihre Erklärungen oder Hinweise nicht umgesetzt oder vergessen wurden.
10.
Wahren Sie vor (männlichen) Familienmitgliedern die
Intimsphäre der Frau und stellen Sie keine Fragen, die ihre Würde als Frau verletzen oder Schamgefühle berühren könnten.
11.
Überfordern Sie sich nicht. Achten Sie auf die Signale Ihres Körpers, machen Sie Pause vom Helfen und sorgen Sie für Abwechslung in Ihrem Leben –
denn Ihre Hilfe wird langfristig gebraucht
.
Mehr Informationen zu unserem trauma-sensiblen Ansatz finden Sie unter:
www.medicamondiale.org
.
Oktober 2015
medica mondiale e. V. | Hülchrather Str.
4 | 50670 Köln | www.medicamondiale.org
Spendenkonto IBAN: DE92 3705 0198 0045 0001 63 | BIC: COLSDE33
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Frauen und Mädchen mit Behinderungen noch immer stark von Gewalt betroffen   (07.05.2014)
Berlin, 30.04.2014
Pressemitteilung
Behinderte Frauen und Mädchen noch immer stark von Gewalt betroffen:
bff initiiert regionale Netzwerke gegen Gewalt und unterstützt den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung.
Regionen in Hessen, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind Teil des neuen bff-Projekts „Suse – sicher und selbstbestimmt“.
„Das war für mich alltäglich … , dass körperliche Gewalt und auch geistige Gewalt einfach zum Leben gehört und ich mir da auch nie Gedanken drüber gemacht hab“, sagt eine Teilnehmerin einer Studie, die 2012 das Ausmaß der Gewalt gegen Frauen mit Behinderung sichtbar gemacht hat: Etwa jede zweite Frau mit Behinderung erlebt in ihrem Leben sexualisierte Gewalt, fast doppelt so häufig wie Nichtbehinderte erfahren behinderte Frauen körperliche und psychische Gewalt. Die Studie war ein Weckruf für Politik und Behindertenhilfe. Doch noch immer gibt es zu wenige konkrete Gegen-maßnahmen.
Aus diesem Grund hat der bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe das Projekt „Suse – sicher und selbstbestimmt“ gestartet. Der bff arbeitet in den kommenden drei Jahren mit fünf Regionen zusammen, in denen inklusive Kompetenz-Netzwerke gegen Gewalt initiiert werden sollen: In Schleswig-Holstein (Region Ost-Holstein), in Nordrhein-Westfalen (Meschede – Hochsauerlandkreis), in Niedersachsen (Stadt und Landkreis Göttingen) und in Hessen (Wetteraukreis und Landkreis Marburg-Biedenkopf).
Behinderte Frauen und Mädchen, die Gewalt erlebt haben, nutzen zu selten die Angebote der Fachberatungsstellen. Das liegt an Barrieren und fehlenden Informationen, aber auch an mangelnder Vernetzung: „Fachkräfte der Behindertenhilfe kennen sich mit den Angeboten der Anti-Gewalt-Arbeit oft nicht aus, und Beraterinnen wissen zu wenig über das Leben behinderter Frauen“, so die Suse-Projektmitarbeiterin Rebecca Maskos.
„Nur wenn bestehende Hilfesysteme sich öffnen und alle zusammenarbeiten, kann Inklusion zur Realität werden“, ergänzt Projektkollegin Katharina Göpner. Das inklusive, von der Aktion Mensch geförderte Projekt „Suse – sicher und selbstbestimmt“ soll viele Akteure zusammenbringen: Zum Beispiel betroffene Frauen, Beraterinnen, Mitarbeiter/innen aus Wohnheimen und Werkstätten der Behindertenhilfe, Ärzt/innen und Therapeut/innen.
Weitere Informationen zum Projekt Suse:
https://www.frauen-gegen-gewalt.de/projekt-suse.html

V.i.S.d.P.: Silvia Zenzen
bff Tel.: 030/32299500
www.frauen-gegen-gewalt.de
suse@bv-bff.de
Der bff: ist der Dachverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Er leistet Aufklärung, Sensibilisierung, Fortbildung und Politikberatung zum Thema Gewalt gegen Frauen und vertritt 170 ambulante Fachberatungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet.
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KO oder OK? Knockout-Tropfen, die unsichtbare Droge im Glas   (31.07.2013)
KO-Tropfen oder Knockout-Tropfen sind flüssige Drogen, die eine narkotisierende Wirkung haben.
Sie werden im Rahmen von Straftaten wie bei Sexual- oder auch Eigentumsdelikten genutzt.

Immer mehr Mädchen und Frauen werden Opfer von sexualisierter Gewalt, nachdem ihnen heimlich KO-Tropfen zugeführt wurden.

Meistens werden die Tropfen von den Tätern in das offenstehende Getränk des Opfers gegeben.
Häufig geschieht dies in Discotheken, Kneipen oder auch auf Partys. Auch die eigene Wohnung kann zum Tatort werden.

Täter/Täterinnen können sowohl Fremde als auch Freunde oder Personen aus dem unmittelbaren sozialen Umfeld sein.

Hilfreiche Tipps:
- Das Glas nicht unbeobachtet lassen - notfalls eine
Freundin/Freund bitten, darauf aufzupassen
- Falls Unsicherheiten bestehen, das Glas besser stehen lassen
- Bei Unwohlsein oder Übelkeit Freunde und/oder Personal (z.B. in
Kneipen oder Discotheken) ansprechen
- Nicht zögern, eine Feier oder die Disco zu verlassen, wenn man
sich dort nicht sicher fühlt
- Unter Freundinnen/Freunden gegenseitig auf sich achten
- Wenn man beobachtet, dass jemand einer anderen Person etwas
ins Glas gibt, die betreffende Person ansprechen
- Im Zweifelsfall die Polizei oder eine Beratungsstelle anrufen

KO-Tropfen sind nahezu geschmacksneutral, geruch- und farblos. Oftmals werden sie in süßen oder leicht bitter schmeckenden Getränken verabreicht, wie Cocktails oder andere Mixgetränke, um die Geschmacksnote der Tropfen zu überdecken.
Abhängig von der Dosis und dem Reinheitsgrad sowie von der körperlichen Verfassung des Opfers führen die Drogen innerhalb kurzer Zeit zu Wahrnehmungs- und Sprachstörungen, Benommenheit und Bewusstlosigkeit. In Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen können weitere Symptome auftreten: Krämpfe, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindelgefühle, Erbrechen, Verwirrtheit, Atemnot bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen wie Atemstillstand oder Koma.
Nach dem Trinken merken die Mädchen und Frauen meistens nur, dass ihnen übel und schwindelig wird, vergleichbar mit übermäßigem Alkoholkonsum.
Auf Außenstehende wirken sie dabei eher angetrunken, nehmen aber noch aktiv am Geschehen teil. Sie selbst jedoch geraten zunehmend in einen Zustand der Willenlosigkeit. Dies ist von dem oder den Tätern beabsichtigt und wird ausgenutzt.

Insbesondere wenn Alkohol oder Drogen im Spiel waren, geben sich die Opfer hinterher häufig selbst die Schuld oder aber sie trauen ihrer eigenen Wahrnhemung nicht. Der gewaltsam zugefügte Kontrollverlust und die mit den Erinnerungslücken verbundene Ungewissheit können zur Traumatisierung des Opfers führen.

Bei Verdacht auf KO-Tropfen ist schnelles Handeln gefragt, da einige der Substanzen nur wenige Stunden nachgewisen werden können. Am günstigsten ist, sich möglichst sofort ärztlich untersuchen und ggf. Verletzungen attestieren zu lassen.

Ebenfalls sollte die Frage einer möglichen Schwangerschaft oder Infektion mit Geschlechtskrankheiten besprochen werden. Alle Ärztinnen und Ärzte unterliegen der Schweigepflicht. Eine Anzeige muss nicht automatisch erfolgen, kann aber zu einem späteren Zeitpunkt erstattet werden.

Auch bei eingeschränkter Erinnerung kann es strafrechtlich zu einer Verurteilung kommen.

Text: Arbeitsgemeinschaft gegen Gewalt an Frauen, Krefeld.
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Wenn Essen ein Problem ist ..........   (05.12.2011)
Mit Essen verbindet man Genuss. Essen hat über das Sattwerden hinaus eine soziale Bedeutung, es ist verbunden mit Werten und Idealen und mit Gefühlen von Identität und Zugehörigkeit, Essen kann Ausdruck von Sympathie sein, die Essenszubereitung ein Symbol für Nähe, Zuwendung und Geborgenheit. Die sich verändernden Lebensgewohnheiten offenbaren extreme Auswirkungen. Die Verunsicherung darüber, was es bedeutet, sich gesund zu ernähren, ist groß. Von falschem Essverhalten oder Essen mit schlechtem Gewissen bis hin zu einem gestörten Essverhalten ist es nur ein kleiner Schritt.

Schlank- und Schönsein, um geliebt zu werden?
Das ist eine Frage, die besonders junge Mädchen und Frauen bewegt (und belastet). Das gesellschaftliche, durch Medien und Werbung vermittelte Idealbild der Frau liegt weit unter dem Normalgewicht und verursacht bei einer zunehmenden Zahl von jungen Mädchen und Frauen eine starke Verunsicherung bezüglich ihrer individuellen weiblichen Rolle und lässt den eigenen Körper als unvollkommen und ungenügend erleben. Sie leben in einer ständigen Überforderung, dem von außen an sie herangetragenen Weiblichkeitsideal zu entsprechen.

> Kränkungen und Verletzungen in Bezug auf den eigenen Körper
und die weibliche Identität beginnen häufig schon in der Kindheit
oder in der Pubertät.
Mädchen werden auch heute noch dazu erzogen, ihre Gefühle und
Bedürfnisse zurückzustellen.

> Seelische und körperliche Kränkungen und die permanente Unter-
drückung eigener Wünsche und Vorstellungen bilden den Entste-
hungshintergrund für den Kampf mit dem eigenen Körper, wie er
sich in Essstörungen zeigt.

> Das Essen oder Nicht-Essen wird zum Ersatz (als Scheinlösung)
für ungelebte Gefühle, wie Ängste, Wut und Trauer, zum Ersatz
für unterdrückte Wünsche und Träume. Problematisches Essver-
halten kann sich, wenn das Mädchen oder die Frau damit allein
bleibt, zu dauerhaften Symptomen entwickeln.

Essstörungen beginnen im Kopf, Einstieg in eine Essstörung sind häufig Diäten. Die Hintergründe sind vielfältig.

In der Beratung/Therapie werden die Zusammenhänge zwischen ihrer Lebensgeschichte und der Entwicklung der Essstörung deutlich. Dabei wird die Essstörung als Lösungsversuch oder als Überlebungsstrategie betrachtet, die zunehmend selbst zum Problem geworden ist. Gemeinsam mit der Beraterin/Therapeutin können betroffene Frauen in kleinen Schritten lernen
> ihre eigenen Gefühle wahr- und ernstzunehmen
> ihre echten Bedürfnisse anzuerkennen
> ihre eigenen Interessen durchzusetzen und gut für sich
zu sorgen
> ihre Grenzen zu erkennen und sich mit diesen zu schützen
> Aggressionen nicht gegen sich selbst zu richten
> konfliktfähig zu werden und Forderungen zu stellen bzw.
abzugrenzen
> den eigenen Körper liebevoll anzunehmen
> ein gutes Körper- und Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Wir, als Mitarbeiterinnen der Frauenberatungsstelle wollen Frauen auf ihrem Weg zu ihrer eigenen weiblichen Identität begleiten und unterstützen.
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Daten und Fakten zu sexualisierter Gewalt   (22.07.2011)
Wie viele Frauen in Deutschland sind von sexualisierter Gewalt betroffen?
Eine repräsentative Dunkelfeld-Studie aus dem Jahr 2004 zeigt:
- 13% der in Deutschland lebenden Frauen haben seit dem 16. Lebensjahr strafrechtlich relevante Formen sexueller Gewalt (Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung und unterschiedliche Formen von sexueller Nötigung) erlebt. Das ist fast jede 7. Frau.
- Jeweils etwa die Hälfte der Frauen, die sexuelle Gewalt seit dem 16. Lebensjahr erlebt haben, hatten Gewalt durch (Ex-)Partner erlebt; unbekannte und flüchtig bekannte Personen wurden demgegenüber mit Anteilen zwischen 11 % bzw. 22 %
und 15 % bzw. 20 % deutlich seltener genannt.
- Entsprechend wurde auch die Gewalt überwiegend in der eigenen Wohnung erlitten.
So gaben 69 % der Frauen, die von sexueller Gewalt betroffen waren, als Tatort die eigene Wohnung an. Demgegenüber wurden öffentliche Orte (wie Straßen, Parks etc.), die für Frauen oft typische „Angstorte“ darstellen, mit 20 % deutlich seltener als
Tatorte genannt.
- Viele von sexueller Gewalt betroffene Frauen sprechen mit niemandem über das Erlebte. 47% der von sexueller Gewalt betroffenen Frauen haben der Studie zufolge mit niemandem über die Gewalt gesprochen. Dieser Anteil war noch höher, wenn der
Täter der aktuelle oder frühere Beziehungspartner war.

Meldungen, Anklagen und Verurteilungen in Fällen von Vergewaltigung und schwere Formen
sexueller Nötigung in Deutschland 2001 – 2006
Wie viele Vergewaltigungsfälle (sexuelle Nötigung) werden jährlich angezeigt?
- 2001-2006 wurden jährlich ca. 8.000 Vergewaltigungen angezeigt.
- Damit kommen in Deutschland jährlich 9,85 angezeigte Vergewaltigungen auf 100.000 Einwohner/innen. Das entspricht dem unteren Mittelfeld im europäischen Vergleich. Zum Vergleich: Schwedens Meldequote ist 4 mal höher. Hier werden
pro Jahr 46,4 Vergewaltigungen auf 100.000 Einwohner/innen gemeldet.

- Seit den 1980-er Jahren ist die Meldequote (jährlich angezeigte
Vergewaltigungen pro 100.000 EinwohnerInnen) angestiegen. So wurden z.B. 1985 5919 und 1995 6175 Vergewaltigungen angezeigt.
Wie ist das Verhältnis von angezeigten und nicht angezeigten Vergewaltigungen?
- Nur 5% der Frauen, die seit ihrem 16. Lebensjahr strafrechtlich relevante Formen von sexueller Gewalt erlebt haben - Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung - gaben an, dass mindestens eine der Taten angezeigt worden sei.
- Da nicht wenige Frauen mehrfach sexuelle Gewalt erlebt haben, liegt die Quote der polizeilich angezeigten sexuellen Gewalthandlungen bei unter 5%.
In wie vielen Fällen wird Anklage durch die Staatsanwaltschaft erhoben?
- 2001- 2006 wurden jährlich ca. 1.400 Anklagen erhoben. Dies bedeutet – trotz gestiegener Anzeigen - keinen Anstieg seit den 1980er Jahren. Beispiel: 1985 wurden 1480 Anklagen erhoben, 1995 1323.
Wie ist das Ergebnis bei den angeklagten Fällen?
- Zwischen 2001 und 2006 gab es jährlich etwas mehr als 1.000 Verurteilungen.
- Damit liegt die Verurteilungsquote (Verurteilungen bezogen auf die angezeigten Vergewaltigungen) bei ca. 13%. Diese Verurteilungsquote ist im Ländervergleich unterdurchschnittlich.
- In den 1980er Jahren war der Anteil der verurteilten Täter im Verhältnis zu den Anzeigen mit 20% noch deutlich höher. Beispiel: 1985 lag sie bei 20%, 1995 bei 17%.
Mit dem Muster wachsende Anzeigenquote, stabile Strafverfolgungsquote, fallende Verurteilungsquote liegt Deutschland im Trend vieler europäischer Länder.
Aus welchen Gründen werden so viele Verfahren eingestellt?
- Verdächtiger nicht identifiziert
- Mangel an Beweisen
- Keine Beweise für sexuellen Übergriff
- Aussage gegen Aussage
- Betroffene wirkt nicht mit

Falsche Beschuldigungen – ein großes Problem?
Die Studie von Seith/ Kelly/ Lovett zeigt: Falsche Beschuldigungen sind marginal.
„Entgegen der weit verbreiteten Stereotype, wonach die Quote der Falschanschuldigungen bei Vergewaltigung beträchtlich ist, liegt der Anteil bei nur 3%. Auch in anderen Ländern ist das Problem Falschanschuldigung marginal und rangiert zwischen 1-9%. Diese Ergebnisse kontrastieren die bei der Polizei und den Justizbehörden weit verbreitetet Auffassung, dass
Falschanschuldigungen ein großes Problem bei der Strafverfolgung von Vergewaltigung darstellen.“

Beurteilung von Vergewaltigungsfällen
Der große Schwund an Fällen, der auf dem Weg von den erstatteten Anzeigen über die Anklageerhebungen durch die Staatsanwaltschaft schließlich zu den Verurteilungen auftritt, ist ebenso bemerkenswert wie eine Betrachtung derjenigen Fälle und Täter, die schließlich
verurteilt werden/ zu einer Verurteilung führen. Denn hier zeigt sich, dass traditionelle Mythen über Vergewaltigungen sowie die Vergewaltigungsopfer und –täter Untersuchungs und
Strafverfahren beeinflussen.
Klassische Mythen über Vergewaltigungen sind z.B.:
- Opfer und Täter kennen sich nicht
- die Opfer sind jung und hübsch, ältere Frauen oder Frauen mit Behinderungen gehören nicht dazu
- die Tat passiert im öffentlichen Raum, z.B. Park
- der Täter überwältigt das Opfer mit brutaler körperlicher Gewalt und/ oder sogar Waffengewalt
Die europäischen vergleichenden Daten der Studie bestätigen: Je näher der Fall und der Verdächtige an stereotypen Vorstellungen von Vergewaltigungen sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass es zu einer Verurteilung kommt. Die Mythen beeinflussen dabei sowohl Professionelle (z.B. aus den Bereichen Polizei und Justiz), als auch die allgemeine Öffentlichkeit und sogar die betroffenen Frauen selbst.

Die folgenden Faktoren machen der Studie gemäß eine Verurteilung wahrscheinlicher:
Der Verdächtige
- hat einen Migrationshintergrund/ ist nicht „weiß“
- hat Alkohol konsumiert
- ist ein Fremder
- Ist bereits einmal verurteilt worden
Das Opfer
- Hat dokumentierte Verletzungen
Vergewaltigungsmythen führen auch dazu, dass viele betroffene Frauen sich erst gar nicht trauen, eine Vergewaltigung anzuzeigen, da sie meinen, keine ‚richtige’ Vergewaltigung erlebt zu haben.
Pressemitteilung // Berlin, Mai 2011

Streitsache Sexualdelikte: Die Gerechtigkeitslücke für Frauen muss geschlossen werden!

Das Thema Vergewaltigung bewegt momentan die Welt. Grund sind die Verfahren gegen Jörg Kachelmann und Dominique Strauss-Kahn. Eine solch große Aufmerksamkeit für das Thema ist ungewöhnlich. Die Regel ist vielmehr, dass betroffene Frauen kaum jemandem von der erlebten Gewalt erzählen, und dass sie die Tat auch nicht zur Anzeige bringen. Der Normalfall ist, dass das Verbrechen Vergewaltigung nicht geahndet wird.
Dabei zeigt eine repräsentative Studie : Jede siebte Frau erlebt einmal in ihrem Leben eine Vergewaltigung oder schwere Form sexueller Nötigung. Allerdings verbleibt davon der allergrößte Teil im Dunkelfeld: Nur 5% der Betroffenen zeigen die Tat an.

Dieses Dunkelfeld ist ein Skandal für unser Rechtssystem. Dass sich daran etwas ändern muss liegt auf der Hand. Die Ursache dieser schlechten Bilanz liegt auch in der schwierigen Situation betroffener Frauen im Verfahren begründet. bff Beraterinnen berichten, dass nicht die Motivation zur Anzeige, sondern Demotivation und ausgeprägte Zweifel – gerade auch in Zeiten von Kachelmann und Strauss-Kahn – die großen Themen von vergewaltigten Frauen in den Beratungseinrichtungen des bff sind. Viele Beraterinnen hören Sätze wie den folgenden: „Denken Sie, ich sollte anzeigen, mir wird doch sowieso nicht geglaubt, sehen Sie doch mal, was die Presse zu Herrn K schreibt.“. Doch die Beraterinnen wissen auch, dass Verbesserungen möglich sind, wenn sie nur gewollt sind. Katja Grieger, Leiterin der bff Geschäftsstelle: „Wir wissen, dass es viele Möglichkeiten gibt, betroffenen Frauen ein Verfahren zu erleichtern. Ein respektvoll verlaufenes Verfahren kann für eine betroffene Frau ein wichtiger Schritt in der Bewältigung der Gewalterfahrung sein.“

Information und Unterstützung finden betroffene Frauen und Mädchen zum Beispiel in den Fachberatungsstellen des bff. Ursula Schele, bff Vorstandsfrau: „Das Wichtigste ist, dass die Entscheidung zur Anzeige von Frauen selbstbestimmt getroffen werden kann. Eine Vergewaltigung ist eine extreme Grenzüberschreitung. Frauen müssen über ihre Möglichkeiten und Rechte, die Chancen und die Risiken bei einer Entscheidung für oder gegen eine Anzeige ausreichend informiert und in ihrer Entscheidung unterstützt werden.“

Die bff Fachberatungsstellen bieten bereits seit vielen Jahren neben Information und Unterstützung der Frau in der Beratungsstelle auch psychosoziale Prozessbegleitung an. Hierbei begleitet und unterstützt eine Fachfrau die betroffene Frau im Verfahren und beantwortet Fragen. Problematisch ist, dass diese Form der Begleitung noch in zu vielen Fällen aufgrund fehlender Finanzmittel nicht leistbar ist.
Auf der Website des bff befindet sich eine Datenbank mit Fachberatungsstellen in ganz Deutschland.


V.i.S.d.P.: Anita Eckhardt/ bff Tel.: 030/32299500
Der bff: ist der Dachverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Er leistet Aufklärung, Sensibilisierung, Fortbildung und Politikberatung zum Thema Gewalt gegen Frauen und vertritt mehr als 150 ambulante Beratungseinrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet.
Mehr Informationen: www.frauen-gegen.gewalt.de

Berlin, 08.08.2011
Kontakt:
Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff)
m: info@bv-bff.de
www.frauen-gegen-gewalt.de
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Gewalt gegen Frauen   (14.06.2011)
Bei der Arbeit in der Frauenberatungsstelle zeigen sich die vielen Gesichter der Gewalt gegen Frauen: ob psychische oder körperliche Gewalt, ob Belästigung am Arbeitsplatz oder auch die sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen durch Menschenhandel uvm. Auch sind unterschiedliche Gruppen von Frauen verschiedenen Formen von Gewalt ausgesetzt: so zum Beispiel Lesben, Seniorinnen, Migrantinnen oder Frauen mit Behinderungen.
Mangelnde Wertschätzung findet ihren extremsten Ausdruck in psychischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt gegen Frauen und Mädchen. Auch im privaten Bereich. Doch seit die Frauenbewegung proklamierte "Das Private ist politisch" öffnete sich der Blick auch für Gewalt, die Frauen in den eigenen vier Wänden erleben.

Die Frauenberatungsstelle ist ein von Frauen gegründeter Verein mit dem Ziel, Mädchen und Frauen darin zu unterstützen, ihr Leben selbstbestimmt und aktiv zu gestalten.
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Angebot für Schulen: Präventionskonzept zum Thema Essstörungen   (26.05.2009)
Der Körper als Prestigeobjekt und Austragungsort ungelöster Konflikte

Eine schulische Gesundheitsförderung steht vor veränderten Problemlagen, die neuer Ansätze bedürfen. Im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsförderung ist es empfehlenswert, die Prävention von Essstörungen als Arbeitsfeld der Sozialen Arbeit in den Bildungsauftrag der Schule aufzunehmen und interaktiv in die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Fachleuten und Lehrerinnen und Lehrern zu integrieren.

Der moderne Präventionsbegriff macht Gesundheit, nicht Krankheit zu seinem Leitthema und bezieht sich auf gegenseitige soziale Unterstützung, Partizipation und Aktivierung, orientiert an der Lebenswelt der Menschen.

Die Bedeutung der Gesundheitserziehung mit den Bedrohungen der Gesundheit des Menschen durch eigenes Verhalten, durch zivilisationsbedingte Gefährdungen und Krankheitsrisiken ist gewachsen. Gesundheitsförderung wurde zum Thema in Schulen und eine Einbettung in den Schulalltag möglich. Ein besonders wertvoller Teil der Gesundheitserziehung ist die Prävention von Essstörungen, ein aktuelles Thema mit besonderer Brisanz.

Schulen bieten sich zielgruppengenau für die Prävention von Essstörungen an, denn die Schule ist neben der Familie der Ort, an dem die Problematik häufig als erstes offenbar wird.

Eine reine Aufklärung über Gefahren und Risiken scheint sinnlos, da sie nur zu einer Wissenserweiterung führt, aber die Ursachen und Probleme, welche die Entstehung einer Essstörung begünstigen, außer acht lässt. Wichtig für eine erfolgreiche Suchtprävention ist es, die Programme didaktisch über die kognitive Ebene der Wissensvermittlung hinausgehen zu lassen, sie frühzeitig anzusetzen und langfristig, kontinuierlich und zielgruppenspezifisch anzulegen.

Unser Projekt ist methodisch-didaktisch in den Kontext der Gesundheitsförderung und Suchtprävention eingebettet mit dem Ziel, einerseits Risikofaktoren zu reduzieren, andererseits protektive Faktoren zu unterstützen.

Konzeption
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Aussehen, mit den Schönheits- und Modetrends ist wichtiger Bestandteil des Erwachsenwerdens. Das gesellschaftlich, durch Medien und Werbung vermittelte weibliche Idealbild entspricht nicht der Realität. Dies verursacht eine zunehmende Verunsicherung der individuellen Rolle und lässt den eigenen Körper als unvollkommen und ungenügend erleben.

Essstörungen sind psychosomatische Erkrankungen, die Entstehung von Essstörungen ist komplex. Essen oder Nicht-Essen wird zum Problemlösungsversuch, dient als Scheinlösung für ungelebte Gefühle wie Ängste, Wut und Trauer, als Ersatz für unterdrückte Wünsche und Träume. Essstörungen äußern sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper, sie können ein Versuch sein, den Selbstwert zu erhöhen und einem gesellschaftlich akzeptierten Schönheitsideal entsprechen zu wollen.

Unsere Konzeption basiert auf dem Schwerpunkt der primären Prävention, dem Erziehungshandeln, das frühzeitig einsetzt, auf Langfristigkeit und Kontinuität angelegt ist mit dem Ziel der Befähigung von Kindern und Jugendlichen, um mit möglichen Gefährdungen und Risiken angemessen umgehen zu können.
Die Übergänge zur sekundären Prävention sind fließend, da in allen Klassenstufen Schüler und Schülerinnen mit erhöhtem Gefährdungsrisiko anzutreffen sind.

Das ressourcenorientierte Projekt der Frauenberatungsstelle:
Schülerinnen und Schüler werden in die Lage versetzt, ihr Selbstwertgefühl zu entwickeln und zu fördern, wir arbeiten an der Konfliktfähigkeit und stärken eine realistische Selbsteinschätzung der Jugendlichen, dadurch werden Solidarität und ein respektvoller Umgang miteinander ermöglicht.

Eine deutlich höhere Effizienz zeigen Präventionsprogramme, wenn das soziale Umfeld einbezogen wird. Dies wird mit dem Aufbau auf vier Modulen berücksichtigt, die nach Absprache auch einzeln gebucht werden können.

1. Informationsstunden in den Schulen
2. Informationsabend für alle Eltern, Lehrerinnen und Lehrer der jeweiligen Schule mit anschließendem Gesprächsangebot
3. Theaterstück der Gruppe Theaterspiel mit dem Titel: „Durch dick und dünn“
4. Workshop mit kleineren Gruppen von Schülerinnen in der Frauenberatungsstelle mit dem Focus auf positivem Körpererleben, Stärkung der Selbstkompetenz und Selbstsicherheit

Konditionen:
Das Angebot der Beratungsstelle ist kostenlos. Die Gage für die Theatergruppe bitte erfragen.
Vielen Dank für Ihr Interesse!
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