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WENN ESSEN ZUM PROBLEM WIRD ...
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Mit Essen verbindet man Genuss. Essen hat über das Sattwerden hinaus eine soziale Bedeutung, es ist verbunden mit Werten und Idealen und mit Gefühlen von Identität und Zugehörigkeit. Essen kann Ausdruck von Sympathie oder Abneigung sein, die Essenszubereitung ein Symbol für Nähe, Zuwendung und Geborgenheit. Ernährungsgewohnheiten sind kulturell verschieden, über sie werden auch Rituale und Normen vermittelt. Die sich verändernden Lebensgewohnheiten offenbaren extreme Auswirkungen. Die Verunsicherung darüber, was es bedeutet, sich gesund zu ernähren, ist groß. Von falschem Essverhalten oder Essen mit schlechtem Gewissen bis hin zu einem gestörten Essverhalten ist es nur ein kleiner Schritt.

Schlank- und Schönsein, um geliebt zu werden?
Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Aussehen, mit den Schönheits- und Modetrends ist ein wichtiger Bestandteil des Erwachsenwerdens. Mädchen und Frauen stehen in der Realität kaum Vorbilder zur Verfügung, so suchen sie sich diese auf der Kinoleinwand und in den Illustrierten. Das gesellschaftlich, durch Medien und Werbung vermittelte Idealbild von Frauen liegt weit unter dem Normalgewicht. Dies verursacht bei einer zunehmenden Zahl von jungen Mädchen und Frauen eine starke Verunsicherung ihrer individuellen weiblichen Rolle und lässt sie ihren eigenen Körper als unvollkommen und ungenügend, gar hässlich erleben. Frauen und Mädchen leben in einer ständigen Überforderung, dem von außen an sie herangetragenen Weiblichkeitsideal entsprechen zu wollen.

Kränkungen und Verletzungen in bezug auf den eigenen Körper und die weibliche Identität beginnen häufig schon in der Kindheit oder in der Pubertät. Mädchen werden nach wie vor meist dazu erzogen, ihre Wünsche und Bedürfnisse zurück zu stellen. Seelische und körperliche Kränkungen und die permanente Unterdrückung persönlicher Bedürfnisse führen zu einem Kampf mit dem eigenen Körper und können in einer Essstörung enden.

Essstörungen beginnen im Kopf, das beherrschende Thema ist Kontrolle. Einstieg in eine Essstörung sind häufig Diäten. Die Hintergründe sind vielfältig. Familiäre Beziehungen, soziokulturelle Einflüsse wie widersprüchliche Rollenerwartungen, veränderte, gesellschaftliche Werte und die damit verbundenen Individualisierungsprozesse können ebenso wie ungünstige mediale Vorbilder die Entstehung einer Essstörung bedingen. Essen oder Nicht-Essen wird zum Problemlösungsversuch, dient als Scheinlösung für ungelebte Gefühle wie Ängste, Wut und Trauer, als Ersatz für unterdrückte Wünsche und Träume. Essstörungen äußern sich durch ein gestörtes Verhältnis zum Essen und zum eigenen Körper, sie können ein Versuch sein, den Selbstwert zu erhöhen und einem gesellschaftlich akzeptierten Schönheitsideal entsprechen zu wollen.
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